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Archive for the ‘Landleben’ Category

Es gab Nachtfrost und heute war es auch ziemlich kalt, aber nachmittags war es doch schön genug um Spazieren zu gehen. Ich war mal oben im Wald um mich da umzusehen, aber es blüht noch nichts, bzw. ich habe nichts gesehen.

In dem kleinen Eichenwäldchen fand ich den Blick in die Baumkronen sehr schön, das wäre ein Motiv, das man im Lauf der Jahreszeiten immer wieder fotografieren kann. Zumindest habe ich mir meinen Standpunkt gemerkt. Es sieht auf jeden Fall eindeutig anders aus als im Herbst nach dem Laubfall oder im Winter. Irgendwie hat der Himmel eine andere Farbe. Es hat eindeutig eine frühlingshafte Anmutung.

Auf den Rückweg am Bach entlang, der sich absolut malerisch zwischen Weiden und Erlen durch die Wiesen windet, dachte ich zuerst, ich sehe einen kleinen Rest Schnee dort liegen. Beim näher kommen hat sich das weisse Häufchen leider als toter Silberreiher entpuppt.  So ein schöner Vogel! Was für eine Verschwendung von Leben.

Am Ende des Spaziergangs war ich noch am Kanal und habe mir das schöne sanfte Abendlicht betrachtet. Das Licht ist im Moment ganz besonders, wie auch im Herbst. Im Sommer und im Winter ist es greller. Hat schon was, die ländliche Idylle.

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Theoretisch oder meteorologisch zumindest. Aber: Es kann nur besser werden.

Nach dem letzten Eintrag war schnell wieder Schluss mit lustig, ich hab mir irgendwo eine Mörder-Erkältung geholt und das hat sich dann zwei Wochen gezogen, mit so ungefähr allen Symptomen, die man sich vorstellen kann. Nachdem ich gerade wieder einigermassen auf den Füssen war, kam die Nachricht, dass meine Mutter im Krankenhaus liegt. Verdacht auf Herzinfarkt. Meine Nerven! Gottseidank hat sich das nicht bestätigt, aber besonders gut gehts ihr immer noch nicht, sie hat sich im Krankenhaus auch noch einen Virus zugezogen, der dort offenbar heftig grassiert und es waren einige (im wahrsten Sinne des Wortes) beschissene Tage angesagt. Morgen kann sie hoffentlich nach Hause!

Ich war natürlich erst mal zu Tode erschrocken und habe, bis die „Entwarnung“ von wegen Herzinfarkt kam, auch nicht grad ruhig geschlafen, man weiss ja nun aus Erfahrung, wie schnell das alles gehen kann… Um den Irrsinn perfekt zu machen, hab ich plötzlich des Nachts einen unsäglichen Juckreiz empfunden, bin aufgestanden und hab geguckt, ob ich irgendwelche „Viecher“ im Bett habe, obwohl es für Mücken und Konsorten noch viel zu früh ist. Flöhe? Meine Katze  hatte noch NIE einen einzigen! Ich hab mich selbst betrachtet und war erst mal schockiert. Neben kleineren Pusteln wie von Mückenstichen hatte ich auch weitaus größere Quaddeln und eine Handteller große am Bauch! Was zum Teufel war das denn? Das sah aus, als hätte ich eine Qualle umarmt! Immer mal was Neues…

Ich hab das Bettzeug komplett ausgetauscht und sogar den Matratzenüberzug abgenommen (morgens um 3:00) weil ich zuerst auf irgendeine allergische Reaktion durch Hautkontakt getippt hatte. Nach zwei Tagen war der Spuk vorbei, ich nehme inzwischen an, dass es eher eine Reaktion auf den Dauerstress war, so nach dem Motto, du bist zu dünnhäutig, du must dir ein dickeres Fell zulegen, oder aber: es ist alles zum aus der Haut fahren.

Wie auch immer, am Donnerstag war ich erstmals wieder richtig fit und das Wettter hat auch mitgespielt, nachmittags gab es zwei Stunden lang blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Ich kann garnicht ausdrücken, wie sehr ich das genossen habe: Einfach nur Ruhe, keine neuen Hiobsbotschaften. Im Garten etwas im Laub rumstochern um zu sehen, ob sich schon etwas regt? Oh ja, es tut sich was. Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse haben sich unter der Schneedecke schon hervorgewagt. Lang dauerts nicht mehr, dachte ich mir.

Am Samstag war es dann endlich so weit. Der ganze Schnee war geschmolzen, die Sonne schien ab Mittag und es war einigermassen warm. Ich hab stundenlang vorsichtig Laub entfernt und zusammengerecht und immer wieder neue grüne Spitzen entdeckt. Wie wunderbar! Das ist tatsächlich jedes Jahr wieder ein kleines Wunder!

Heute bin ich spazieren gegangen um dem Frühling nachzuspüren. Es gibt schon vereinzelt blühende Haselsträucher, in den Gärten Winterlinge und Krokusse. Ich habe einen Mann beobachtet, der ganz versonnen dastand und auf den einzigen blühenden Krokus auf seinem riesigen Rasen geschaut hat. An der Böschung vom Kanal habe ich ein paar davon entdeckt, die aus einem Garten entfleucht waren, und natürlich habe ich sie ausgegraben und bei mir im Garten eingesetzt. Und dann, in der Abenddämmerung, hat zum ersten mal die Amsel gesungen! Hab ichs doch gewusst! Sie saß allerdings nicht auf dem Dachfirst der Scheune sondern auf dem alten Birnbaum.  Schön!

Nachdem ich mir vorgenommen habe, im März  jeden Tag ein Frühlingsfoto zu machen, also hier das erste, die Amsel im Birnbaum, fast als Scherenschnitt in der Dämmerung.

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Ein Hauch von Frühling!

Auch wenn es nun wieder sehr kalt geworden ist, letzte Woche war ein paar Tage lang Tauwetter angesagt. Und wenn man ganz genau hinsieht, lauscht und schnuppert, läßt sich ein feiner Hauch von Frühling wahrnehmen! Es wird noch dauern, aber jetzt ist es absehbar, zumal das Tageslicht stetig zunimmt. Ich weiss übrigens ganz genau, wann es soweit ist: wenn die erste Amsel abends auf dem Dachfirst von Nachbars Scheune sitzt und ein Lied schmettert!

Sonntag war ich mit Freunden in der Nachbarstadt, wir wollten uns ein so genanntes „Thai-Festival“ angucken, aber das war sehr enttäuschend. (Dass der scharfe Papaya-Salat 8,50 gekostet hat,  fand ich regelrecht unverschämt!) Dafür waren wir dann – schön eingemummelt zwar, aber immerhin – draussen vor dem Cafe gesessen, haben uns die Hände an den Gläsern mit Milchkaffee gewärmt und unsere Nasen in die Sonne gehalten. Sehr schön!

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Was für ein Wetter, die letzten Tage! Der Goldene Oktober scheint diesmal im November statt zu finden! Nachdem es so schön warm und sonnig war, habe ich beschlossen, meine zwei Bäume und Büsche doch noch im Herbst, und nicht wie geplant, erst im Frühjahr zurück zu schneiden. Der Apfelbaum war als erstes dran. Nachdem ich ihn im letzten Frühling sehr kräftig gestutzt hatte, konnte ich auch problemlos alles erreichen (auf dem Gartenstuhl stehend) und habe ihn von den ganzen „Wasserschossern“ befreit, die hatten sich nach dem Rückschnitt extrem kräftig entwickelt. Der Baum hat alle Kraft ins Laub gesteckt, daher auch die geringe Ausbeute an Äpfeln, in diesem Jahr. Ich hoffe, das wird im nächsten dann wieder mehr, gesetzt den Fall, dass ich zur nächsten Ernte dann noch hier bin…

Den Hibiscus hab ich mir als nächstes vorgenommen, auch ohne Probleme.  Der Tag war damit um, ich war müde und zufrieden, alles tat mir weh und ein kräftiger Muskelkater stand zu befürchten, aber das ist sooo angenehm, etwas getan zu haben, bei dem man auch Ergebnisse sehen kann. Das Abendessen schmeckt, ich bin müde und schlafe gut ein und durch, und stehe entsprechend gut gelaunt am nächsten Morgen auf.

Perfektes Wetter, also weiter werkeln. Schwieriger wurde es nun beim Ahorn, der hatte im Frühjahr keinen Schnitt bekommen und ist entsprechend hoch geschossen, und da kam ich dann auch mit Hilfe des Gartentisches nicht mehr ran. Ausserdem war meine Astschere hinüber, die war zum einen ein Billigfabrikat vom Discounter und zum anderen mit „Teleskopgriffen“ versehen, und diese ließen sich nicht mehr feststellen, also ein ewiges Geschiebe und Gerutsche, was letztendlich mit einer Blutblase an der Hand durch Einzwicken und viel Gefluche  geendet hat, den Ahorn konnte ich erst mal aufgeben.

Die Idee war, dass eventuell von Siggis Traktor aus auch die „Nester“ ganz oben zu erreichen wären – und, natürlich, da konnte ich mir bestimmt das richtige Werkzeug ausleihen. Ich bin mal rüber, die Astschere hat mich schon vom Hänger aus angelacht, nur der Herr des Hauses war nicht da, die Frau gerade auf dem Sprint zum Bus, aber mit der Erlaubnis „nimm, was du brauchst, kein Problem“. Ich habe mit der 1A Baumschere erst mal ein bisschen meinen ach so geliebten Maulbeerbaum in die Schranken gewiesen, soweit möglich. Auch da waren unüberwindliche Hindernisse zu sehen, nämlich so dicke Äste, dass man da praktisch nur noch mit der Säge weiterkam.  Also wieder: „Siggi muss her“.

Glücklicher Zufall, kaum gedacht, kam derselbige auch schon angetuckert und ich hab ihn angehalten und gefragt, ob das denn ginge, mit dem Traktor am Gartenzaun – kein Problem, der Mann hat die Sache und seine Astschere gleich selber in die Hand genommen und Ruckzuck war der Ahorn „erledigt“. Dann haben wir zusammen den Maulbären begutachtet und – mein Glück nahm kein Ende – Siggi hat seine Motor- oder Akku-Säge gezückt (er kam grad aus dem Wald vom Holzmachen) und Ratzfatz waren die dicken Äste weg! Wunderbar! Besser gehts nicht, dachte ich.

Aber es kam noch besser. Es hatte sich ja inzwischen ein riesiger Haufen Gestrüpp auf meinem Parkplatz angesammelt und S. meinte zuerst, er würde das demnächst mal aufgabeln, aber dann kam er auf die Idee, mir seinen kleinen Hänger rüber zu stellen, dann konnte ich das Zeugs selber aufladen. Und er brachte ihn spontan gleich noch rüber, nicht erst am nächsten Morgen, wie geplant.  Das nenne ich Nachbarschaftshilfe! Kein „mal sehen, vielleicht, irgendwann, blabla“ sondern „ein Mann ein Wort“ und Taten, die dem Wort sofort folgen. Ich bin selten Menschen begegnet, die so offen, ehrlich und hilfsbereit sind.

Tag 3 im Garten war dann mit Aufladen von Ästen und Gestrüpp und dem Beseitigen des inzwischen fast komplett gefallenen Laubs ausgefüllt. Das passt ja nun wieder in den halb leeren Komposthaufen, und ein bisschen davon lasse ich auch immer liegen als Frostschutz. Sehr befriedigend, das Ganze, trotz Muskelkater! Morgen backe ich einen leckeren Apfelkuchen als kleine Gegengabe.

Die Katze tollt begeistert herum, hascht nach runterfallenden Zweigen, sprintet durch das Laub, tigert auf der inzwischen für sie wieder begehbaren Mauer rum, es ist eine wahre Freude, ihr zuzusehen. Gestern hat sie mich ganz besonders zärtlich aufgeweckt. Zuerst hatte ich die Samtpfoten gaanz vorsichtig an der Nase, dann hat sie sich neben mich ins Bett gekuschelt und geschnurrt wie ein Motor und mir schliesslich noch die Hände abgeleckt um sich dann, ihre Pfoten auf meinen, wieder in ihre Katzenträume fallen zu lassen. Was träumt meine Katze wohl? Träumt sie vom Mäusefangen? Ich beobachte das immer wieder völlig fasziniert, wenn sie auf dem Sofa neben mir in den Tiefschlaft (oder REM-Schlaf?) fällt. Plötzlich beginnen die Schnurrhaare und die Pfötchen zu zucken, manchmal fängt sie an, zu schmatzen, ich halte dann fast den Atem an, um sie ja nicht aus Versehen zu wecken. Sie schnarcht auch manchmal ganz leise. So süß!

Da haben wir natürlich wieder das Problem Nr. 1 – ein klassisches Dilemma – du hast 2 Möglichkeiten, und beide sind unmöglich. Ok. das ist ein anderes Kapitel, dazu morgen mehr.

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Gestern abend bin ich seit langer, langer Zeit einmal wieder mit dem befriedigenden Gefühl ins Bett gegangen, dass es mir gut geht, ein schöner Tag hinter mir liegt, und ich mich auf morgen freue! Sehr selten, das. Wie kommt’s?

Ich bin rund um die Uhr beschäftigt und zwar zu, sagen wir mal 75%,  mit Dingen, die mir Spass machen. So einfach ist das eigentlich! Ich mache nach wie vor meine Beutezüge, das Ergatterte wird dann gleich – bis auf die Nüsse – entsprechend verarbeitet, Himbeermarmelade, Apfelkuchen, Pilzomlette …

Ausserdem betreue ich den großen Garten der Lieblingsnachbarn und auch ihre Katze, während sie in Urlaub sind. Die Katze, bzw. der Kater ist recht scheu und es war schon ein phänomenaler Augenblick, als er mich gestern von sich aus in meinem Garten besucht hat!

Früh morgens aber gabs einen wunderbaren Original-Angie-Slapstick! Ich bin rüber um die Katze zu füttern und den Garten zu giessen. Kater kam sogleich die Katzenleiter aus dem Schlafzimmer im Obergeschoss runter und folgte mir auf dem Fusse. Hab die Haustüre aufgeschlossen, mich in die Küche begeben, mit der Katze sprechend, um ihr das Frühstück zu servieren, da höre ich plötzlich über mir Schritte! Schockschwerenot, was ist das? Einbrecher? Oder habe ich Halluzinationen? Genau dieses vor mich hinmurmelnd gehe ich also vorsichtig zum Treppenabsatz und frage mich, ob ich mich traue, nachzusehen, als oben ein Mann in Unterhosen und T-Shirt – immerhin – erscheint. Ich hab erstmal spontan einen Schrei losgelassen und mich dann theatralisch am Treppengeländer festgehalten und zu Boden sinken lassen, kicher! Der vermeindliche Einbrecher war der Sohn des Hauses, der hier nicht wohnt, aber offenbar nach einem ausgiebigen Kirchweihbesuch zuhause genächtigt hat, einen Schlüssel hat er ja wohl. Da stand er, oben an der Treppe und hat mich wie eine Eule angeglotzt, ich dachte, ich kann nicht mehr! Rüdiger, das Nachtgespenst! In diesem Falle Udo, das Morgengespenst. Herrlich!

Ich darf mir als Löhnung alles aus dem Garten nehmen, was ich möchte, und dann habe ich auf dem Heimweg über die Wiese noch ein paar Champignons gefunden, das hat dann gegipfelt in einem köstlichen Omlette zum Frühstück auf der Terrasse.

Man nehme:

1 TL Butter
1 kleine Zwiebel
4 kleine Wiesen-Champignons
4 Kirschtomaten
2-3 Stängel Petersilie
2 Eier

Die Champignons putzen, in Scheibchen schneiden. Die Zwiebel fein hacken. In der Pfanne die Butter zerlassen und die Zwiebeln und Pilze darin andünsten. Die Eier verquirlen, gehackte Petersilie, Tomaten in Scheibchen und den Inhalt der Pfanne dazugeben, salzen und pfeffern, alles zurück in die Pfanne und ein Omlett bei niedriger Hitze stocken lassen. Ein Traum!

Und ansonsten bin ich immer noch sehr involviert in meine Fairyland-Experimentiergruppe. Das ist zwar zeitaufwändig, macht aber riesig Spass!

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Ein sehr gemischtes Thema heute. Fangen wir beim Anfang an. Hei, das war wieder eine Nacht! Ich dachte, so langsam wird es weniger, aber ich hatte heute Nacht (und die war sowieso verdammt kurz)  zum wiederholten Mal ein paar so hartnäckige Biester die ich einfach nicht mit meinem elektronischen Tennisschläger erwischen konnte. Bsssss und Siiirrr ohne Ende, das kann einem echt zum Wahnsinn treiben… Soviel Autan kann man sich garnicht verabreichen, dass es eine kurze Nacht lang hält. Und ich habe mit dem indonesischen Präparat grad eh so ein leichtes olfaktorisches Problem, ich kann es einfach nicht mehr riechen! „Wangi lembut“, dass ich nicht lache! Sanfter Duft! Das Zeug stinkt zum Himmel, unerträglich und penetrant süsslich riecht es.

Zum Thema Mücken bleiben immer noch ein paar Grundsatzfragen:

Warum zum Teufel sitzen diese diese Biester unter meinem Schreibtisch, warum stechen sie einen immer in die Knöchel, wo es dann am meisten juckt und warum wirkt das hiesige Autan am besten in Malaysia und hier wirkt einzig und allein das indonesische „Anti-Nyamuk“.

Ok. diese Fragen kann ich mir eigentlich gleich selbst beantworten. 

A – Die Drecksmücken sind lichtscheu, oder Dämmerungsaktiv, also bevorzugt  in dunklen Winkeln, z.B. unter dem Schreibtisch zuhause.

B – Sie stechen natürlich genau da hin, wo das Fleisch am dünnsten ist, oder die Adern am nähesten an der Oberfläche. Offene Frage: Woher wissen die das? Evolution?

C – Resistenz!

Weil wir gerade bei den wissenschaftlichen Fragen sind, die letzten Nächte waren nicht zuletzt auch deshalb kurz, weil wir in meiner Facebook Fairyland Forschungsgruppe einen flächendeckenden Test laufen liessen, Start Mittwoch abend, Ende heute, und ich mehr oder weniger rund um die Uhr Daten protokolliert habe.  Aber wirklich vom Feinsten, morgen habe ich noch eine gigantische Exceltabelle vor mir, in die ich die ganzen Ergebnisse von mir und meinen 4 Companions eintragen muss. Statistik eben, und um signifikante Ergebnisse zu erhalten bedarf es einer ganzen Menge Daten. Ich will hier nicht ins Detail gehen, aber ich habe sicher um die 500 Daten einzutragen.

Aber es macht Spass! Am Anfang ist ja ziemlich der Stress ausgebrochen, aber so nach und nach ging es ganz gut. Wie immer halt! Große Aufregung erst mal, wenn keiner so recht weiss, wies läuft, was er tun muss, was genau aufgezeichnet werden muss und die ganze Kommunikation quer über den Planeten abläuft, per Internet. Wenn die einen schlafen gehen, stehen die anderen grad auf. Aber, siehe da, es funktioniert! Faszinierend, hätte Mr. Spock gesagt.

Dann gab es noch ein paar nächtliche Randalierer, bei uns im Dorf ist Kirchweih, d.h. es stehen eine Schaukel, eine Bude mit Süssigkeiten und eine Hüpfburg auf dem Dorfplatz, die Sauferei findet in der hiesigen Wirtschaft statt, wo die Mass dann statt 4 plötzlich 6 Euro kostet, und diejenigen, die den Kragen nicht voll bekommen können, nach Kneipenschluss noch auf der Wiese hinter meinem Haus ihre Sixpacks auspacken und rumgrölen. Und ihren ganzen Müll liegenlassen. Alle Jahre wieder.

Das bringt mich gleich auf’s nächste Thema. Ich habe meinen samstäglichen Trip mit dem Fahrrad die 5 km zum Aldi absolviert – Katze frisst strikt nur Aldi-Dosen – und da stand alles voller Weihnachtsgebäck! Sind die eigentlich vollkommen jeck, inzwischen? Das wird doch jedes Jahr früher! Ich sitze hier immer noch mit kurzen Hosen rum und schüre ab und an meinen Grill, und die wollen Weihnachtskekse verkaufen?

Schon wieder ein Gedankensprung:  Ja genau, verkaufen wollen alle irgendeinen Schh.. und sich selber sowieso, es herrscht inzwischen erbitterter Wahlkrampf. An jeder Ecke grinsen mich Photoshop- oder sonstwie geschönte Gesichter an, die Sprüche sind dämlich wie seit eh und je – gibt es eigentlich Menschen, die das wirklich glauben? –  und man darf noch nicht mal dran ruckeln, die Dinger umdrehen oder gar verzieren, mit Bärtchen oder schwarzem Zahn, oder einem Spruch wie „Ja, ich glaube dir jedes Wort“ oder verwerflicheren Gedanken. Das wäre eine Straftat. Mich juckt es trotzdem jedes mal in den Fingern. Nein,natürlich tue ich es nicht. Was hauen die da für Geld raus, ich mag mir garnicht vorstellen, was dieser Unsinn kostet. Gerade hatte ich auch noch ein interressantes Gespräch am Telefon, in dem wir uns vorstellten, was wäre wenn. Wenn man tatsächlich mal dazu übergehen würde, die Wahlen nicht papiertechnisch sondern rechnerbasiert zu veranstalten. Lieber nicht, würde ich mal behaupten, aber das kommt bestimmt. Und da wird sich Murphies Law, mein Lieblingsgesetz, ganz sicher bestätigen.

Gute Nacht!

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Jaja, wie passend! Aber der Hintergrund ist ein ganz anderer: Altweibersommer ist eine so genannte Singularität und bezeichnet einen Zeitabschnitt gleichmäßiger Witterung im Spätjahr, oft im September, welcher sich durch ein Hochdruckgebiet, stabiles Wetter und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet.
Der Name leitet sich von Spinnfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Mit „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet, weben also. In norddeutschen Dialekten nennt man die Altweibersommerfäden Metten, Mettken oder Mettjen (als Verkleinerungsform von Made, d.h. man hielt sie für Raupengespinst). Wegen der lautlichen Ähnlichkeit wurde dieser Begriff wohl volksetymologisch zu Mädchen umgedeutet.

Der Begriff „Singularität“ ist mir aus Science Fiction Filmen und Romanen zwar gut bekannt, aber auch hier ist etwas ganz anderes gemeint, man lernt doch nie aus!

Der Begriff Singularität (lat. singularis: einzeln, einzigartig) bezeichnet in der Meteorologie sogenannte Witterungsregelfälle. Das sind Wetterlagen, die zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten. Die Ursache dieser Regelmäßigkeit liegt im zyklischen Verlauf des Sonnenstandes, in – auch damit verbundenen – Temperaturänderungen und wiederkehrenden Strömungen (Großwetterlage), die auch im langjährigen Durchschnitt nicht verschwinden. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass das Eintreffen der Singularitäten zu einem bestimmten Stichtag oder Zeitraum auch sehr von Zufällen abhängig ist; außerdem treten diese Ereignisse meist nicht einmal in zwei Dritteln aller beobachteten Jahre auf.

Bekannte Singularitäten in Mitteleuropa sind zum Beispiel der Märzwinter, die Eisheiligen, die Schafskälte, der Altweibersommer, die Hundstage, der Martini-Sommer und das Weihnachtstauwetter.

Der Begriff „Singularität“ wurde von August Schmauss in den 1920er Jahren eingeführt, seitdem nannte man die Erforschung dieser Regelmäßigkeiten im Jahresgang der Witterung „Singularitätenforschung“. Ihren Höhepunkt hatte die Singularitätenforschung bis in die 1940er Jahre. Ziel war es, eine Wettervorhersage aufgrund dieser wiederkehrenden Ereignisse zu ermöglichen, was jedoch aufgegeben werden musste. In den 1950er Jahren wurde dann die Singularitätenforschung von Franz Baur zur Erforschung der Großwetterlagen weiterentwickelt. [Quelle: Wikipedia]

So ist das also! Die letzten Tage war es auch wirklich genial schön! Es wird zwar nächtens schon ganz schön kühl, unter 10°, gestern bin ich um 8:00 mit dem Fahrrad und kurzen Hosen zum Bäcker gestrampelt und da hat es mich tatsächlich schon an den Beinen gefroren, aber bis 9:00 hatten wir dann schon fast 20° und nachmittags durchaus über 30!

Grad macht die Singularität allerdings Spiriferenzchen. Es hat sich ein Gewitter zusammengebraut und es giesst wie aus Eimern, Pech auf der einen Seite, gut so auf der anderen. Meine Wiese im Garten versteppte schon wieder in den letzten Wochen, also ist Regen wirklich bitter nötig! Auf der anderen Seite hattte ich heute wieder ein Lagerfeuer angeschürt, das aber wegen des heftigen Windes, der dem Gewitter voranging und dem entsprechenden Funkenflug leider ab- bzw. ausgeblasen werden musste. In realiter mit der Giesskanne gelöscht.

Dabei war das heute so genial, da bei den Nachbarn hinter der Mauer schon wieder eine lautstarke Fete angesagt war, und ich beschlossen hatte, verdammt nochmal, ich mach das jetzt auch, „das  Imperium schlägt zurück!“ Den ganzen Nachmittag über hatte mich schon deren ohne Unterbrechung hysterisch kreischendes Kleinkind so genervt, dass ich vom Garten in die Küche ausweichen musste. Was ist bloß mit diesem Baby los, das ist ja nicht normal, es tönt seit Wochen wie eine angestochene Sau, kriegt das Zähne oder was? Meine Nerven!

In der Küche wurde abgesehen davon in den letzten zwei Tagen folgendes produziert: Blumenkohlsuppe, Zwiebel- und Champignon-Pakoras, Gurken-Mint-Lassi, Mango-Orangen-Sorbet, Pflaumenkuchen (was sonst?), Obatzder, die Rezepte und Fotos dazu kommen noch beizeiten. Im Garten wurden zwei wunderschöne Kränze mit Hopfenzapfen und Hagenbutten gebastelt, auch dazu noch mehr.

Nun, nachdem ich die sich anbahnende Fete an der lautstarken Musik aus der Garage, aus dem Auto (auch eine Möglichkeit, Lärm zu machen) registriert hatte, habe ich kurzerhand beschlossen, Holz zu holen und ein Gegenfeuer zu entfachen. Als ich mit dem vollen Beutel zurückkam, standen zwei leere, also auf Befüllung wartende Marmeladengläschen vor der Tür, und das kann im Prinzip nur von Moni kommen. Da ich nur maximal 30 Minuten weg war, habe ich ihr Handy angerufen, M&M haben flugs mit dem Auto gewendet, ich bin inzwischen Bier holen gegangen, „und schon war die Party im Gange“ ums mal mit Achim Reichel auszudrücken, „grins“.

Dann kam aber leider dieser ziemlich heftige Wind auf, was einem den Spass mit dem kleinen Lagerfeuer flugs verderben kann. Wir haben zwei Stunden lang ausgeharrt, aber dann war endgültig Schluss mit lustig. Die beiden sind nach Hause, ich hab alles, was nicht Niet- und Nagel- und Regenfest ist, nach innen geholt, aber schön wars trotzdem!

Moni kommt morgen zum Pflaumenkuchen essen und hinterher wollen wir nochmal einen Beutezug unternehmen. Allgemein einstimmige Feststellung: Das Leben könnte so schön sein, wenn man nur in Ruhe gelassen würde!

Und da gab es mal, in den späten 70ern ein so genial schönes Lied, das leider heutzutage nicht mehr auffindbar ist, ausser einer unsäglichen YT Aufnahme, homemade offenbar, nun zumindest den Text gibt es noch:

Power
Just give me the warm power of the sun
Give me the steady flow of a waterfall
Give me the spirit of  living things as they return to clay.
Just give me the restless power of the wind
Give me the comforting glow of a wood fire…

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