Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Gewürze’ Category

Mir passiert das ja ständig – Liebe auf den ersten Blick – aber es ist doch immer wieder erstaunlich! Es gibt Bücher, die kommen genau zur rechten Zeit zu mir. Die finden mich, sozusagen, nicht ich sie. Denn es sind grundsätzlich solche, von denen ich nie zuvor gehört habe, nach denen ich also nicht bewusst suche. Ich gehe in einen Buchladen, oft sogar mit einem bestimmten Buch im Sinn, und dann passiert es einfach. Ich kann mich nicht recht entscheiden, oder das was ich wollte ist nicht da und muss bestellt werden, ich gucke hier und da, und dann sehe ich es plötzlich, lese den Klappentext, und es hat gefunkt!

Vorgestern hab ich wieder eins mit nach Hause genommen, hab mich schon unterwegs darauf gefreut und sofort zu lesen begonnen, kaum dass ich auf dem Sofa sass. Das Versprechen wurde gehalten…

Koriandergrün und SafranrotKoriandergrün und Safranrot
von Preethi Nair

Klappentext:

Zitronensaft und Ingwer für die Seele, Mango für die Träume und Honig für den inneren Frieden – in ihrem indischen Heimatdorf war Nalini dafür berühmt, mit ihren sinnlichen Speisen Körper und Geist heilen zu können. Doch als Familienoberhaupt Raul sie mit ihren beiden Kindern in London sitzen lässt, muss Nalini ihre Familie alleine durchbringen. Es spricht sich aber bald herum, welch heilende Magie von Nalinis würzigen Gerichten ausgeht. Und von ihrem kleinen Laden weht der duftende Hauch Indiens durch die Straßen von London. Doch dann kehrt Raul in ihr Leben zurück, und alles um Nalini scheint zusammenzubrechen. Nur ein Wunder kann ihr jetzt noch helfen. Da besinnt sie sich erneut auf ihre ganz besondere Gabe – aber wird die Kraft der Gewürze ausreichen, den Schmerz ihrer Familie zu heilen?

Zum einen natürlich eine indische Liebesgeschichte und Familiensaga, d.h. großes Drama! Aber sehr schön erzählt. Und dann eben die Magie der Gewürze… ich konnte beim Lesen praktisch mitriechen und -schmecken. Das geht aber wahrscheinlich nur, wenn man die Düfte und Aromen tatsächlich kennt.

Jedenfalls ist das Buch viel zu kurz und hat grad mal für zwei Abende gereicht, aber ich lese es bestimmt noch ein paarmal. Und es kam wirklich zum rechten Zeitpunkt. Es hat meine asiatischen Sehnsüchte sowohl befriedigt als auch wieder angefacht. Gute Bücher sind wie guter Sex, kaum ist man fertig, könnte man schon wieder von vorn anfangen.

Ich bin nun auf jeden Fall wieder fernöstlich gepolt und das tut mir gut. Genug vom Fussballstress, vom Kneipenhocken, zu viel Bier und Zigaretten und Fast Food, jetzt leben wir mal wieder etwas authentischer.

Advertisements

Read Full Post »

teh tarikWenn wir uns schon Essens-technisch in die „2. Heimat“ träumen, dann darf das typische Getränk nicht fehlen. Tee. An allen Essensständen (Foodstalls) und in den Indischen Restaurants gibts den berühmten malaysischen Teh tarik, das heisst „gezogener Tee“. (Das Foto ist ein Scan einer Postkarte.)

Ich erklärs mal zweisprachig, dass es auch nicht-deutsche lesen können:

Teh Tarik

A hot tea drink made with strong black tea and sweet milk (usually condensed or evaporated, thick and very sweet milk). Traditionally the tea is tarik’ed (pulled) by successive pouring from one container/cup to another and back. The best show is the farthest distance between the two cups. Some say, its to cool down the tea so you can drink it immediately. Some say, its just for money, the foam needs more place, so you get less tea for your ringgit.

Ein Heiss-Getränk aus starkem, schwarzen Tee mit süßer Kondensmilch. Traditionell wird der Tee „gezogen“ (malays.: tarik) indem er wiederholt in scharfem Strahl von einem Gefäß/Tasse in eine andere gegossen wird und wieder zurück. Die beste Show für den Verkäufer ist der größtmögliche Abstand zwischen den Tassen, wobei natürlich nichts verschüttet werden darf. Manche begründen dieses Teeziehen damit, dass der Tee schneller abkühlt und man ihn sofort trinken kann. Andere behaupten, es wäre ein Geschäftstrick. der Schaum, der dabei entsteht, braucht mehr Platz, also bekommt man weniger Tee für sein Geld. 

Zuhause trinke ich meinen Tee zwar auch stark und mit Milch, aber ich nehme Vollmilch und Süßstoff statt der süßen Dosenmilch, die ist nämlich eine wahre Kalorienbombe. Für den Tee bestens geeignet ist der preiswerte Staubtee (wie auch in Teebeuteln), der sehr kräftig und dunkel wird. Ich hab mir ein ganzes Kilo davon aus dem letzten Urlaub mitgebracht. Der ist ziehmlich gut! Cameron Valley Tea, Dust for Teh Tarik. 10 RM pro Kilo, das sind grad mal 2 Euro! Man kann natürlich genausogut Teebeutel nehmen, die man hier kaufen kann.

Teh Ais

Hier haben wir wieder das Phänomen der „eingemalayten“ englischen Wörter (siehe Travellodge: „Die Malaysische Sprache“). Gemeint ist natürlich Ice Tea, Eistee und zwar wie obiger süßer Milchtee, der in ein Glas mit Eiswürfeln gegossen wird. Ich liebe ihn!

Teh masala oder Masala Chai

(the following text and more in english)

Das ist nun die ganz feine, gewürze Art des selben Tees. Chai bedeutet in vielen Sprachen einfach nur „Tee“. Das kommt wohl ursprünglich vom chinesischen „Cha“. Heute wird der Begriff „Chai“ aber eher speziell für süßen, gewürzten Milchtee gebraucht. Die richtige Bezeichnung wäre masala chai, denn masala bedeutet auf indisch „Gewürzmischung“. (Siehe auch „garam masala“).

Zur Sache: was für Gewürze kommen hinein? Es gibt natürlich auch hier viele verschiedene Variationen und Familienrezepte, aber die am meisten verwendeten Gewürze sind

  • Kardamom
  • Zimt
  • Nelken
  • Ingwer
  • Pfeffer

Man kann eine fertige Gewürzmischung nehmen, diese selber herstellen (ähnlich garam masala) oder einfach die ganzen Gewürze mit in den Teefilter geben. Schmecken tuts alleweil sehr lecker!

Read Full Post »

[In eigener Sache: Seit Oktober 08 gibt es von mir ein eigenes Blog für die Indische Küche: Papadam! Alle von mir ausprobierten Rezepte – und natürlich auch weiterführende Infos – befinden sich seither dort.]

Die Indische Küche ist nicht denkbar ohne Dal. Dieses Eintopf ähnliche Gericht aus Hülsenfrüchten ist einfach und schnell zubereitet, schmackhaft und gesund und dazu vielseitig verwendbar, sowohl als Hauptgericht als auch als Beilage.

Erst einmal ein bißchen Lebensmittelkunde fürs bessere Verständnis indischer Kochrezepte oder Speisekarten:
Dal (manchmal auch Dahl oder Dhal) ist ein Begriff, der Linsen im speziellen und auch (getrocknete) Hülsenfrüchte im allgemeinen bezeichnet.
Linsen, Hülsenfrüchte = Dal
Channa-Dal = Gelbe Spliterbsen
Kabli-Channa = ganze Kichererbsen
Kala-Channa = dunkelbraune Kichererbsen
Masoor-Dal = geschälte und halbierte Moongbohnen
Moong = ganze Moongbohnen
Rajma = Kidneybohnen
Toor-Dal = geschälte und halbierte erbsenähnliche Hülsenfrüchte
Urid-Dal = geschält und halbiert sehr kleine weißgelbe Bohnen, im Ganzen dunkelblau bis schwarz
Raungi = Schwarzäugige Bohnen
Kichererbsenmehl = Besan
grüne, frische Erbsen = Muttar (auch Mutter, Matter)

Über die Bedeutung von „Murkha“ bin ich mir nicht ganz sicher, es könnte aber so etwas wie „schnelles“ oder auch „idiotensicheres“ heissen, was auf dieses Rezept auch zutreffend wäre. Für Hinweise und Richtigstellungen bin ich immer dankbar.

Mit der Schreibweise der Begriffe ist das so eine Sache. Das kommt daher, dass die Namen z.T. wie im englischen geschrieben sind und auch so ausgesprochen werden, oder aber so geschrieben werden, wie man sie spricht z.B. Tandoori oder eben Tanduri. Typisches Malaysisches Phänomen übrigens. (Siehe Travellodge: „Die Malaysische Sprache“). Im Indischen ist das wahrscheinlich alles noch sehr viel komplizierter, da es ja auf dem Subkontinent verschiedene eigene Sprachen gibt.

Ok. weiter mit der Lebensmittelkunde. Die drei Grundnahrungsmittel der indischen Küche sind Reis, Hülsenfrüchte und (Fladen-) Brote.
Reis wird in ganz Indien verzehrt, während klimabedingt in Nordindien auch Brot aus Weizen gebacken wird. Chapati, Phulka, Paratha, Tandoori Roti, Naan und Bhatura sind Sorten von Brot, die alle aus dem Punjab stammen. Mehl wird aber auch aus Hirse, Gerste, Mais, Linsen und Kichererbsen gewonnen.
Die meisten Brote sind flach und rund, oft ähneln sie Fladen oder Pfannkuchen. Sie werden im Ofen gebacken (Naan), in der Pfanne gebraten wie Chapati oder Tosai (Dosa, Dosai, Dhosai) oder wie Pappadams in Öl fritiert. Pooris (Puri) werden ebenfalls fritiert und blähen sich zu einer hohlen Kugel auf.
Zu Brot und Reis kommen viele vegetarische Beilagen, aber auch Fleischgerichte.

Chutneys, Pickles, Relishes, Raitas, Dips und Sossen sind das Tüpfelchen auf dem i.
Für mich war das bei der Hitze schon eine ausreichende Mahlzeit, ein Brot mit verschiedenen Tunken, dazu ein Lassi oder ein Tee, das reicht. Und wenn mir danach ist, mache ich das zuhause auch so.

So, und nun genug des Vorgeplänkels, wir kochen und greifen etwas in die Trickkiste. Statt die Linsen und Erbsen einzuweichen und selber zu kochen, nehmen wir fertig gekochte aus der Dose. Keine Angst, das schmeckt trotzdem völlig authentisch.

Murkha Dal

Zutaten:

1 EL Butter
2 TL schwarze Senfkörner
1 große Zwiebel, gehackt
2 Zehen Knoblauch, im Mörser zerdrückt
1 EL geriebener Ingwer
2 rote oder grüne Chilischoten in feinen Scheibchen
1 Tl Kurkuma (Gelbwurzel)
2 EL Garam Masala
1 große Dose Linsen mit Suppengrün (Dose ca. 800 ml)
1 Dose Kichererbsen (Dose ca. 400 ml)
1 kleine Dose Kokosmilch (Dose ca. 200 ml)
Salz zum Abschmecken

Zubereitung:

In der Pfanne die Butter schmelzen, die schwarzen Senfkörner hineingeben und rösten, bis sie anfangen zu springen. Hitze reduzieren. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer hinzugeben und leicht mitbraten. Die Linsen und die Kichererbsen hinzugeben mit etwas Flüssigkeit aus den Dosen. Mit Kurkuma und Garam Masala würzen.  Die Kokosmilch dazugeben. Köcheln lassen und die Hülsenfrüchte dabei z.T. zerdrücken, damit das Dal schön sämig wird. Eventuell noch nachwürzen. Das Dal lässt sich im Kühlschrank mehrere Tage aufheben und in der Mikrowelle portionsweise aufwärmen.

Murkha-Dal mit gekochtem Ei

Man kann das Dal als Hauptgericht essen, z.B. mit einem hartgekochten Ei, oder als Beilage zu einem indischen Brot.

In Malaysia lagen beim Inder auf dem Frühstückstablett meist ein Roti Chanai oder Paper-Tosai, dazu mindestens Dal, meistens aber auch noch ein paar andere Dips und Chutneys. Ich hab zum gestern gekochten Murkha-Dal noch ein Chutney zubereitet, dazu gibts ein „falsches“ Tosai.

Statt selber Brote zu backen kann man auf fertige zurückgreifen, die garnicht übel schmecken und dem Original sehr nahe kommen. Es gibt z.B. prima Naanbrote zum aufbacken. Statt der Fladenbrote kann man einfach fertige Wraps oder Tortilla-Fladen nehmen, anfeuchten und in der Mikrowelle kurz erwärmen, dann bleibt es weich, wie Chapati. Oder mit wenig Butter in der Pfanne braten, dann wird es knusprig wie Tosai.

Und das Tüpfelchen auf dem i ist diesmal ein köstliches

Walnuß-Chutney

10 Walnusskerne (leicht geröstet und gehackt)
1 Zehe Knoblauch, im Mörser mit Salz fein zerdrückt
1 grüne Chilischote, in feinen Scheibchen
1 Kapsel Kardamom, nur die Kerne, fein gemahlen (Mörser)
1 Becher Vollmilchjoghurt (125 ml)
einige Stiele Koriandergrün, fein gehackt

Die Zutaten mischen und etwas durchziehen lassen, vor dem Servieren mit einem Rest Koriandergrün garnieren.

Fladenbrot, Walnuß-Chutney und Dal

Read Full Post »

Wow, was für ein Tag! Ein Tag voller Wärme und Sonnenschein im Garten, so solls sein. Mit kurzen Hosen und T-Shirt, fast wie im Urlaub.

Zuerst mal hab ich gemütlich draußen gefrühstückt, auf meinen englischen Gartenmöbeln, mit den neuerworbenen Gobelin-Kissen mit Rosenmuster. (Kitsch, jawohl! Das musste sein!)
Kein schnelles Porridge wie wochentags, sondern:
Malaysischer Tee, Tost, irische Butter, indischer Honig, homemade Erdbeermarmelde… auch witzig, irgendwie erinnert mich das schwer an die Cameron Highlands. Nun gut, Kleinkleckersbach ist nicht Tanah Rata, aber bei so einem tollen Wetter ist es schon erträglich.

Ich hab noch ein paar Dinge im Garten erledigt, ausgesäte und aufgegangene Tomaten verzogen, die Gurken ins Bett ausgepflanzt (mutig!) Lantana und Zitronenbäumchen auf die Terasse rausgestellt, Stecklinge von der Lantana gemacht, irgendwas gibts ja immer rumzugarteln. 

Das macht auch Appetit! Indisches Essen war mal wieder angesagt: Tandoori-Chicken. Und zwar vom Grill.

Tanduri oder engl.: Tandoori (Hindi, f., त॑न्दूरी, Tandūrī,  „im Ofen zubereitetes Gericht“) ist ein Begriff aus der indischen Küche.

TandoorEin Tandoor ist ein zylindrischer Holzkohleofen, Tandoori ist die adjektive Form. Es ist eine Art gemauertes Fass, heute wohl eher aus Beton gegossen(?) in dem das Essen über die Holzkohle gehängt wird. Auch Naanbrot wird darin gebacken, indem man es an die Innenseite des Ofens „klebt“. Warum das nicht ständig reinfällt ist mir ein Rätsel…

Über Nacht hatte ich das Hühnchenfilet schon mariniert (Rezept unten), und nachmittags hab ich dann den Grill angeschürt. Mit Holz, das den ganzen Winter über im Wohnzimmer getrocknet hat, das hat spitzenmäßig gebrannt und auch ne grade so ausreichende Glut ergeben. Werde mir aber wohl doch wieder ein paar Holzkohlen besorgen müssen. Ringsum bei sämtlichen Nachbarn wurde auch gegrillt, da zogen ganz verführerische Düfte durch die Gegend. Was fällt mir spontan dazu ein?

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land…
Hihi, ob der gute alte Mörike auch ein Grillfan war?

Tandoori Chicken
2 Hühnerbrustfilets oder andere Hühnerteile (ohne Haut)
Für die Marinade:
2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer (etwa Daumen groß)
1 Becher Vollmilchjoghurt (150 g)
Saft von 1/2 Limette
2 TL Garam Masala
rote Lebensmittelfarbe
Msp Salz

Knoblauch und Ingwer mit Salz im Mörser fein zerreiben. Joghurt mit Limettensaft glattrühren, alle Zutaten unterrühren, mit etwas Lebensmittelfarbe rot einfärben (man kann stattdessen auch 1TL Tomatenmark verwenden). Die Hühnerteile  schräg einschneiden, die Marinade ringsum gut einarbeiten und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

Auf dem Grill nur so lange rösten, bis das Fleisch gerade durch ist, dann bleibt es innen schön saftig. Dazu schmeckt gemischter Salat mit Gurken, Tomaten und Zwiebelringen, mit einer Joghurt-Knoblauchsauce angemacht, in die man auch das Fleisch stippen kann. Beim Inder in Penang gabs verschiedene  Saucen dazu, unter anderem Mintsauce. Dazu gehört auf jeden Fall Naanbrot, das man ebenfalls kurz auf den Grill legt.

Read Full Post »

Thai Green Curry

… zum Einheizen an kalten Tagen

Auch wenn ich bald in Thailand bin und dort bestimmt noch rauhe Mengen von Green Curry vertilgen werde, ich hatte letzte Woche etwas gegrilltes Hühnerfleisch übrig und da konnte ich nicht widerstehen.

lobo_greencurry.jpgLobo, Hersteller von Thaiprodukten, schreibt auf der Firmenwebsite „Ironically, the westerners love Green Curry at first taste eventhough Thais recommend a milder one like Panang or Masaman. Green Curry Paste, which is made mainly from fresh green chilli, is the hottest of all Thai curries. Think „Green“ when you want an unforgettable fiery Thai curry.“

Das stimmt. Ich habs zum ersten mal auf dem Segelboot von Chass und Monica (begnadete Köchin!) gegessen, als wir mit den beiden von Langkawi nach Krabi gesegelt sind, und hab mich tatsächlich sofort dafür begeistert.
Vor allem mit Nudeln, ich finde, das schmeckt noch besser als mit Reis.

Egal, kommen wir zur Sache. Man braucht die Paste, entweder selbstgemacht oder aus dem Glas bzw. der Packung.

Bewährt hat sich die der besagten Firma Lobo, und man bekommt sie fast in jedem Asia Laden. Sie schmeckt wirklich völlig authentisch. Was man von anderen Produkten nicht immer behaupten kann.

Man kan sie aber auch selber machen, gesetzt den Fall, man bekommt alle Zutaten frisch.

grüne Chilieschoten eigener AnbauGreen Curry Paste

Trockene Zutaten:

1 EL Koriandersamen
2 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL schwarze Pfefferkörner
2 TL Salz

Frische Zutaten:

8 große grüne Chillieschoten
20 kleine Schalotten oder 10 kleine Zwiebeln
12 kleine Knoblauchzehen
1 Daumen frischer Galgant
100 g frisches Koriandergrün
6 Kaffir-Limettenblätter
3 Stängel Zitronengras, nur das weiße untere Teil
1 TL Limettenschale (abreiben)
2 EL Sesamöl
2 TL Garnelenpaste oder Fischsoße

Zubereitung:

Koriander und Kreuzkümmel trocken in der Pfanne rösten, bis sie duften. Die trockenen Bestandteile im Mörser fein zerreiben.

Die frischen Zutaten grob zerkleinern. Alles zusammmen in der Küchenmaschine mit dem Häckselaufsatz oder mit dem Stabmixer in einem engen Gefäß zu einer feinen Paste pürieren. Diese Paste hält sich in einem Glas im Kühlschrank über Wochen.

Green Curry mit Huhn

Zutaten:

1 TL Sesamöl
1 Gemüsezwiebel, in Scheibchen, diese halbieren
2 EL Green Curry Paste frisch oder
1 Pkg Lobo Fertig-Paste
2 Hühnerbrustfilets, in kleine Streifen geschnitten
1 kleine Dose grüne Bohnen oder 100g frische grüne Bohnen
1 kleine Zucchini, ebenfalls halbe Scheibchen
100 g frische Austernpilze (Champignons, Shitake), dito, Streifen
6 Kaffir-Limettenblätter
1 Dose Kokosmilch
frisches Koriandergrün, gehackt

Zubereitung:

Öl, Currypaste und Zwiebeln in der Pfanne (Wok) erhitzen. Hühnerfleisch zugeben, ca. 1 Min unter ständigem Rühren sanft anbraten. Mit der Kokosmilch aufgiessen und  kleingeschnittenes Gemüse zugeben.

Hartgesottene behaupten, dass zuerst die Kokosmilch kommt, dann die Paste und dann erst der Rest. Ich machs halt so rum. Was man nicht macht, ist das Fleisch scharf anbraten wie bei uns, dann wirds nämlich hart.

Die Limettenblätter ganz lassen, sie werden vor dem Essen wieder entfernt.

Wenn die Konsistenz zu dick ist, mit etwas Wasser verdünnen. Die Bohnen aus der Dose können auch mit dem Aufguss verwendet werden. Alles solange köcheln lassen, bis Fleisch und Gemüse weich sind. Das dauert nicht lange, und darum nehm ich auch die Bohnen aus der Dose und geb die erst ganz am Schluss zu.

Bei Bedarf noch mit Sojasoße oder Fischsoße nachwürzen (sehr salzig!)

Das fertige Curry mit den gehackten Korianderblättern bestreuen.

Dazu gibts Reis oder Bandnudeln.  

Das Rezept kann man vielfältig variieren, statt Hühnchen kann man Fisch oder Tofu nehmen, statt der Pilze grüne Thai-Auberginen, die Zucchini kann man auch weglassen, das wichtigste ist die Paste und die Kokosmilch.

Guten Appetit – ไชโย chái yó

Read Full Post »

Der große Kürbis

Die Zeit rennt… Irgendwie bin ich momentan etwas im Stress, scheint mir. Also mehr als genug Arbeit im Job, und im Garten gibts auch extrem viel zu tun, aber eher „unerotische“ Sachen, wie Bäume und Sträucher zuschneiden, altes Laub beseitigen, nicht winterharte Pflanzen nach innen transportieren usw.
Tja, und die Kürbisse sind reif, wenn auch nicht ganz so, wie geplant.

Es ist witzig, mit diesen Samen zu experimentieren. Anscheinend haben die Kürbisse einen starken Hang zu Mutationen. Vorletzten Herbst hatte ich Zierkürbissen Samen entnommen und bekam letztes Jahr riesige gelbe Zucchini. Heuer waren es dann große, orangefarbene Kürbisse und nur in einem Fall tatsächlich kleine, bunte Zierkürbisse.

 

Die kleinen Speisekürbisse habe ich schon verarbeitet, während ich den großen bis vor ein paar Tagen noch wachsen ließ. Eigentlich sollte das nämlich ein Helloween-Kürbis werden, aber leider ist er ziehmlich flach, da werde ich zum Schnitzen wohl doch einen runden kaufen müssen.

Aus einem der kleineren hab ich ein indisches Curry gekocht, aber das hat irgendwie total lasch geschmeckt, war nicht so doll. Eigentlich selten bei indischen Gerichten. Darum den Rest auf herkömmliche Art eingelegt.

Kürbis süß-sauer

ca. 1 kg Kürbisfleisch
1/4 L Essig (Apfelessig, Orangenessig)
1/2 L Wasser
100 g brauner Kandiszucker
1 Daumen großes Stück Ingwer
1 EL Gewürznelken
5 Zimtstangen
5 Sternanis
1 kleine gelbe Chillieschote

Kürbis würfeln, Ingwer in feine Scheibchen schneiden. Die Gewürze in einen Topf geben, mit dem Wasser aufkochen. Hitze abschalten. Die Kürbiswürfel und den Ingwer sowie den Essig zugeben. Die Mischung über Nacht lang ziehen lassen.

Am nächsten Tag die Kürbiswürfel leicht köcheln lassen, bis sie glasig werden. Sie sollen nicht zerfallen, sondern noch etwas Biss haben.

Die vorbereiteten Gläser füllen und verschliessen. Ich gebe die Gläser übrigens einfach in die Spülmaschine und time es so, daß sie gerade fertig ist, wenn die Marmelade oder das Kompott abgefüllt werden kann. So sind die Gläser und Deckel praktisch steril, wenn sie heiß aus der Maschine kommen. Mir ist zumindest noch keines von so vorbereiteten Gläsern aufgegangen oder schimmelig geworden.

 

Read Full Post »

Aus dem letzten Asienurlaub hab ich Samen für Okraschoten mitgebracht. Die wachsen eigentlich nur im mediterranen oder tropischen Klima, aber ich dachte, ich versuchs einfach mal. Und siehe da, es funktioniert.

Okra-BlüteOkras (Abelmoschus esculentus), auch Gemüse-Eibisch, quiabo, Gumbo (Südamerika), ladyfingers (Indien) und bamya (Balkan) genannt, ist eine Art aus der Familie der Malvengewächse, und dementsprechend haben sie auch sehr hübsche, relativ große Blüten.  Sie ist eine aus dem Hochland Äthiopiens stammende Gemüsepflanze. Da in meinem kleinen Bauerngarten sowieso Kraut und Rüben und Blumen durcheinander wachsen, passen sie zwischen Erbsen und Wicken am Zaun entlang sehr gut dazu. Und mit der Selbst-Befruchtung gab es offensichtlich auch keine Probleme.

Wir fanden im Urlaub die indischen Gerichte sehr lecker und die Schoten sehen ja auch interessant aus. Ein Curry ist zudem schnell zubereitet.
Also, man nehme für 2 Portionen

Okra-SchoteOkra-Curry

500g frische Okraschoten
1 grüne Chilieschote
1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
2 El Butter
1 Tl Kreuzkümmelsamen (Cumin)
1 Tl Koriandersamen
1 Tl schwarze Senfkörner
1/2 Tl Kurkumapulver
1 Tasse Gemüsebrühe
Salz, Austern- oder Sojasoße

Die Gewürze – bis auf das Kurkumapulver – am besten im ganzen trocken kurz in der Pfanne anrösten bis sie duften, dann im Mörser fein zerreiben. Das Aroma ist um klassen besser. Wenn die Gewürze schon gemahlen sind, dann bitte jeweils nur 1/2 Tl verwenden.

Knoblauch zerdrücken, die Zwiebel würfeln, die Chilieschote in feine und die Okraschoten in größere Scheiben schneiden.

Die Butter in der Pfanne zerlassen, zuerst die Gewürze zugeben und kurz anbraten, dann den Knoblauch und die Zwiebel, am Schluss das Gemüse. Scharf anbraten, bis das Gemüse durch ist, dann erst mit Gemüsebrühe angiessen. Die Schoten sondern beim Kochen etwas Schleim ab, daher die Garzeit in der Brühe möglichst kurz halten.

Mit Salz und/oder Sojasoße nachwürzen.

Dazu schmeckt Reis oder Kartoffeln oder indisches Nanbrot.

Man kann grüne Bohnen (Prinzessbohnen) genauso zubereiten, das schmeckt ebenfalls köstlich, hier die Bohnen aus der Dose mitsamt dem Sud nehmen.

Okraschoten gibt es in türkischen oder Asia-Läden ebenfalls in Dosen oder Gläsern, von der Verwendung solcher rate ich allerdings ab, denn die Konserven sind extrem schleimig.

Mehr Infos über Okra? Wiki weiss alles!

In eigener Sache: Seit Oktober 08 gibt es von mir ein eigenes Blog für die Indische Küche: Papadam! Alle Rezepte befinden sich seither dort.

Read Full Post »

Older Posts »