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Posts Tagged ‘Melancholie’

Es ist Herbst

Definitiv! Heute war es zum ersten Mal tagsüber in der Wohnung wärmer als draussen. Mir geht das alles immer ein bisschen zu schnell hier! Letzten Sonntag noch in der prallen Hitze geschwitzt, heute bereits mit langen Hosen und Jacke zum Einkaufen geradelt.

Und ich muss aufpassen, dass sich nicht Friedhofsstimmung ausbreitet, dass ich nicht melancholisch werde.  Das Wort Melancholie leitet sich von dem griechischen Begriff „Melancholia“ ab, was so viel wie „schwarze Galle“ bedeutet. Das ist allgemein bekannt. Es bezeichnet einen seelischen Zustand von Schwermut oder Traurigkeit, der in der Regel auf keinen bestimmten Auslöser oder Anlass zurückgeht. Ich habe im Übrigen ein ausgesprochenes Faible für Friedhöfe, besonders für die ganz alten, die historischen.

Interessant, dass die Asiaten ganz ähnliche Gedanken hatten wie die alten Griechen. Bei den indonesisch sprechenden Menschen hat ausserdem der Begriff „hati“ gleich die umfassende Bedeutung für Herz und Leber. Und wenn das Herz und/oder die Leber schwarz ist, „hati hitam“, dann ist damit gemeint, dass der Mensch zutiefst traurig oder frustriert ist. Ja, genau, heute sind wir eher frustriert oder depessiv. Einfach irgendwie traurig sein, das ist nicht in.

Um den Humor nicht ganz außer Acht zu lassen, wie hieß es immer so schön:  „Wer Kummer hat, hat auch Likör“ und dieser, in Unmaßen genossen, macht auch eine schwarze Leber, ganz im modernen medizinischen Sinne. Hängt doch irgendwie alles ganz logisch zusammen.

Ok. soweit ist es noch nicht. Ich bin noch ganz gut drauf. Solange es nicht regnet. Ich fürchte die kommenden Tage, wenn ich nicht mehr raus kann, um stundenlang im Garten zu werkeln oder im Wald rum zu stromern.

Glücklicherweise habe ich mich (auf Einladung! Hach, bin ich stolz darauf!) just  – und damit ist der Winter hoffentlich gerettet – einer Gruppe im Facebook angeschlossen, die in meinem Lieblingsspiel „Fairyland“ richtiggehend wissenschaftliche Untersuchungen anstellt, wie das alles funktioniert und zusammenhängt. So ein Spiel bedarf nämlich auch einer nicht unbeträchtlichen Menge an Logik! Es gab gerade einige Neuerungen und wir haben uns eifrig in die Arbeit gestürzt. Das kann man sich tatsächlich vorstellen wie an der Uni. Da werden ganz ernsthaft Versuchsanordnungen improvisiert, alles wird genauestens dokumentiert, ja, das ist doch meine Welt! Ich hatte ja schon immer gesagt, lieber würde ich in Borneo Affenhäufchen untersuchen als hier diese ganze unsägliche Arbeits- und Medien- und Konsumkacke mitzuspielen. Nun tu ich das erst einmal virtuell, wieder ein bisschen Forschungsarbeit betreiben, und auch nur zum Spaß, aber dann sehen wir mal weiter.

Vielleicht gibt es ja doch noch irgendein Entwicklungshilfe- oder Naturschutzprogramm auf dieser Erde, das so „ältere Herrschaften“ wie mich beschäftigen könnte. Und – verdammt noch mal – das muss auch einmal gesagt werden, das k… mich erst so richtig an hier, dass man sich als Frau mit 50 praktisch den Gnadenschuss geben kann. Es tut mir leid, aber es ist so, und alles Schönreden hilft da überhaupt nichts.
Punktum.

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