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Posts Tagged ‘Herbst’

Herbstdepressionen

Wie habe ich nur den letzten Winter überlebt? Ich fühle mich mal wieder wie gelähmt und könnte ganze Tage im Bett verbringen, mit Katze und Buch. Aber auf Dauer geht das ja auch nicht. Es war schnell vorbei mit der guten Laune des letzten Beitrags. Und mit dem Spätsommer. Schon ist es kalt und grau und nass und die Abende sind so verdammt lang. Wenigstens gibt es noch ein paar bunte Blätter an den Bäumen, aber die werden auch schnell weg sein. Und dann Monate lang alles grau und braun.

Fussballspieler bringen sich um, und im Radio kann man das wunderbar ausschlachten, den ganzen Tag über. Die Politik fängt ja schon wieder an, langweilig zu werden. Und dann dieses Ekel erregende Gebaren der kollektiv Trauernden. Da werden Lichtlein angezündet und Teddybärchen und Blümchen niedergelegt und ein paar Tränchen verdrückt, von wildfremden Leuten und das muss sich so geil anfühlen, dieses verniedlichen des Todes. Und spätestens übermorgen ist dieser Mensch dann vergessen, denn dann gehen wir wieder zur Tagesordnung über. Bis auf die Familie und den Lokführer. Wie kann man sich nur vor den Zug werfen? Geht das nicht auch anständig? Das ist ja schon fast so schlimm wie sich als Geisterfahrer auf der Autobahn zu meucheln und noch ein paar Unschuldige mit zu nehmen.

Ok., da es gerade nicht regnet, gehe ich mal an die Luft und sehe, ob ich ein paar adäquate Herbstmotive finde. Am besten auf dem Friedhof. Har!

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Es ist Herbst

Definitiv! Heute war es zum ersten Mal tagsüber in der Wohnung wärmer als draussen. Mir geht das alles immer ein bisschen zu schnell hier! Letzten Sonntag noch in der prallen Hitze geschwitzt, heute bereits mit langen Hosen und Jacke zum Einkaufen geradelt.

Und ich muss aufpassen, dass sich nicht Friedhofsstimmung ausbreitet, dass ich nicht melancholisch werde.  Das Wort Melancholie leitet sich von dem griechischen Begriff „Melancholia“ ab, was so viel wie „schwarze Galle“ bedeutet. Das ist allgemein bekannt. Es bezeichnet einen seelischen Zustand von Schwermut oder Traurigkeit, der in der Regel auf keinen bestimmten Auslöser oder Anlass zurückgeht. Ich habe im Übrigen ein ausgesprochenes Faible für Friedhöfe, besonders für die ganz alten, die historischen.

Interessant, dass die Asiaten ganz ähnliche Gedanken hatten wie die alten Griechen. Bei den indonesisch sprechenden Menschen hat ausserdem der Begriff „hati“ gleich die umfassende Bedeutung für Herz und Leber. Und wenn das Herz und/oder die Leber schwarz ist, „hati hitam“, dann ist damit gemeint, dass der Mensch zutiefst traurig oder frustriert ist. Ja, genau, heute sind wir eher frustriert oder depessiv. Einfach irgendwie traurig sein, das ist nicht in.

Um den Humor nicht ganz außer Acht zu lassen, wie hieß es immer so schön:  „Wer Kummer hat, hat auch Likör“ und dieser, in Unmaßen genossen, macht auch eine schwarze Leber, ganz im modernen medizinischen Sinne. Hängt doch irgendwie alles ganz logisch zusammen.

Ok. soweit ist es noch nicht. Ich bin noch ganz gut drauf. Solange es nicht regnet. Ich fürchte die kommenden Tage, wenn ich nicht mehr raus kann, um stundenlang im Garten zu werkeln oder im Wald rum zu stromern.

Glücklicherweise habe ich mich (auf Einladung! Hach, bin ich stolz darauf!) just  – und damit ist der Winter hoffentlich gerettet – einer Gruppe im Facebook angeschlossen, die in meinem Lieblingsspiel „Fairyland“ richtiggehend wissenschaftliche Untersuchungen anstellt, wie das alles funktioniert und zusammenhängt. So ein Spiel bedarf nämlich auch einer nicht unbeträchtlichen Menge an Logik! Es gab gerade einige Neuerungen und wir haben uns eifrig in die Arbeit gestürzt. Das kann man sich tatsächlich vorstellen wie an der Uni. Da werden ganz ernsthaft Versuchsanordnungen improvisiert, alles wird genauestens dokumentiert, ja, das ist doch meine Welt! Ich hatte ja schon immer gesagt, lieber würde ich in Borneo Affenhäufchen untersuchen als hier diese ganze unsägliche Arbeits- und Medien- und Konsumkacke mitzuspielen. Nun tu ich das erst einmal virtuell, wieder ein bisschen Forschungsarbeit betreiben, und auch nur zum Spaß, aber dann sehen wir mal weiter.

Vielleicht gibt es ja doch noch irgendein Entwicklungshilfe- oder Naturschutzprogramm auf dieser Erde, das so „ältere Herrschaften“ wie mich beschäftigen könnte. Und – verdammt noch mal – das muss auch einmal gesagt werden, das k… mich erst so richtig an hier, dass man sich als Frau mit 50 praktisch den Gnadenschuss geben kann. Es tut mir leid, aber es ist so, und alles Schönreden hilft da überhaupt nichts.
Punktum.

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Herbstliche Beutezüge (1)

So, nun aber in medias res. Es wird Herbst, ganz deutlich. Morgens ist es kühl, Tautropfen glitzern in den Spinnweben, die die Büsche überziehen, der Himmel hat ein helleres Blau, es riecht nach Ernte.

Das Landleben kommt meinem ausgeprägten Sammeltrieb sehr entgegen. Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, drehe ich erst mal eine Runde mit meiner Katze.

Die Katze Boots

Meine Katze ist eine ganz besondere Katze (natürlich!) –  das heisst, man kann mit ihr spazierengehen. Bis auf eine Entfernung von ca. einem Kilometer läuft sie locker mit. Nicht bei Fuß natürlich, es gibt ja unterwegs soviel zu schnuppern und zu erforschen, Mauselöcher, Strohballen, Kuhställe, das Flußufer mit den Enten, Heuhüpfer, Schnecken, alles muss gejagt werden.

Auf der üblichen Runde kommen wir an ein paar Haselnussbüschen vorbei. Die Nüsse sind nun fällig, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich gehe im Herbst nur mit Tüte und Schere auf Streifzüge, irgendwas findet sich immer zum einsacken. Zur Zeit eben Haselnüsse. Fette Ausbeute heute. Irgendwie scheint heutzutage kein Mensch mehr Interesse an diesen Früchten aus Feld, Wald und Wiese zu haben. Mir macht das ungemein viel Spass, alles aufzusammeln, was so üppig bereit liegt. Lieber viele kleine Nüsse, als garkeine, oder?

Die selbst gesammelten schmecken doch auch viel besser. Im eigenen Garten steht ein verhunzter Apfelbaum (später mehr dazu), der in diesem Jahr prächtige Äpfel trägt, leider alle wurmig. Aber aus dem Fallobst und den Nüssen kann man einen herrlichen Kuchen backen.

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