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Archive for 3. Februar 2009

Auf gehts ?

So, nun ist das Zaudern und Zögern vorbei. Ich weiss endlich, was ich zu tun hab. Das Treffen gestern mit zwei meiner „ehemaligen Kollegen“ hat mich einen ganz großen Schritt weiter gebracht. Und auch der Besuch bei der Bank.

Erstens bin ich mir jetzt sicher, dass ich da keinen Schritt mehr reintun möchte, also in meine ehemalige Arbeitsstätte. Ich stand da gestern vor der Tür, hab grad mal fünf Minuten auf die Jungs gewartet, und das waren schon fünf Minuten zuviel. Alle möglichen Leute, die ich kenne, die mich „gekannt haben“ gehen da aus und ein und gucken demonstrativ an mir vorbei. Ich hab mich gefühlt, als müsste ich ins nächste Gebüsch springen…

Auch wenn ich theoretisch „rehabilitiert“ bin, in der Praxis sieht es doch etwas anders aus. Irgendwas bleibt hängen. Gerade dadurch, dass intern die wildesten Gerüchte kursieren und scheinbar auch ganz gezielt von diversen Gruppierungen in die Welt gesetzt werden (Warum? Damit sie selbst besser dastehen?) ist es doch so, dass ich eine „Aussätzige“ bin. „Irgendwas wird schon gewesen sein…“, das ist die Meinung, die sich letztendlich durchsetzen wird. Ich bin draussen, ich kann mich nicht mehr rechtfertigen. Und wenn sogar unser Herr Pressesprecher, mit dem ich doch ein sehr gutes Verhältnis hatte, und der ein wirklich feiner Mensch ist, in der Stadt an mir vorbeirennt, als wäre ich unsichtbar, naja.

Wie in unserem Gespräch gestern schon angeklungen: Möchte man wirklich noch für so einen Arbeitgeber arbeiten? Nein, definitiv nicht.  Auch bei mir hat diese Geschichte einen so faulen Nachgeschmack hinterlassen, dass ich unmöglich wieder so sein könnte, wie ich war. Offen, engagiert, mit dem ganzen Herzen bei der Sache. Kapieren die das eigentlich nie, dass man mit Zwang, mit Unterdrückung, mit Drohungen, keine guten Mitarbeiter gewinnt? Sklaven vielleicht.

Bei der Bank hat sich gezeigt, dass es erstens reicht, kohlemäßig, und das alles innerhalb eines Jahres flüssig gemacht werden kann. Und dass es aber, sollte ich hier bleiben, ganz rapide weniger würde. Also, wenn nicht jetzt, wann dann? Gut. Ich fliege im April runter, schau mal, was sich da alles regeln lässt und gesetzt den Fall, das geht alles glatt, bin ich weg.
Ich hoffe, ich finde was für meine Katze, das tut mir im Moment, so blöd es vielleicht klingt, am meisten weh. Nicht, dass ich sie nicht mehr habe, sondern, dass sie mich nicht mehr haben wird. Sie muss unbedingt zu jemandem kommen, der sie genauso liebt wie ich, wo sie es gut hat, wo sie respektiert wird wie sie ist. Erzähl mir bloß keiner, das ist doch „nur“ ein Tier. Wir haben fast fünf Jahre lang innigst zusammengelebt und ich hatte mit keinem Mann jemals so eine Beziehung, die so geprägt war von: sich aufeinander einlassen, den anderen so sein lassen, wie er ist, sich einfach dran zu freuen, dass er da ist. Das klingt vielleicht abstrus, aber Katzenbesitzer, die ihre Katze wirklich lieben, und das tun die meisten, werden wissen, was ich meine.

Katzengedichte

komm, schöne katze, auf mein liebend herze
und halte noch zurück der pfote krallen
laß tauchend mich in deine augen fallen
worin sich mischen der achat und erze

charles baudelaire  (auch so ein verrückter… und auf dem foto sieht er garnicht gut aus. seh ich inzwischen auch so aus? ich fürchte, ja. )

Was ich ganz besonders mag, ist dieses hier, ich kann mir gut vorstellen, dass ich so für sie bin

Dies ist mein Mensch.
Ich habe keine Angst vor ihm.
Er ist sehr stark, denn er isst sehr viel.
Was isst Du?
Gib mir etwas davon!
Er ist nicht schön, denn er hat kein Fell.
Weil er nicht genug Speichel hat, muss er sich mit Wasser waschen.
Er miaut sehr laut und viel mehr, als nötig ist.
Manchmal schnurrt er im Schlaf.

Karel Capek

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