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Archive for September 2008

Nach den Erklärungen von Wikipedia zum Thema Arachnophobie trifft bei mir am ehesten folgendes zu:

Schließlich könnte es sich bei der Spinnenfurcht jedoch auch einfach um ein erlerntes Verhalten handeln. Ein Kleinkind orientiert sich in vielen Lebensäußerungen an den eigenen Eltern und anderen engen Bezugspersonen. Leidet eine dieser Personen an Arachnophobie, so erlebt das Kind diese Angst und lernt, dass Spinnen gefährlich sind. Für Arachnophobie als erlernte Verhaltensweise spricht die Beobachtung, dass sie nur in bestimmten Regionen der Welt verbreitet ist. Bei Naturvölkern ist sie hingegen so gut wie unbekannt (bei einigen Naturvölkern werden Spinnen sogar als Delikatesse gegessen).

Mein Vater hat sich angeblich noch gegruselt beim Gedanken an etwaige an den Schuhsolen haftende Überreste, wenn er auf eine Spinne getreten ist.

Jedenfalls kann ich noch nicht so besonders gut umgehen mit bestimmten Exemplaren, während mir andere überhaupt nichts ausmachen. In den Tropen bin ich ja ständig mit den Viechern konfrontiert, man gewöhnt sich also dran, das ist Konfontationstherapie vom Feinsten, in Sumtra oder so, leider zahlt das nicht die Kasse. Was mir nichts ausmacht sind kleine Spinnen, die können ruhig im Haus sein und die Fliegen wegfangen. Auch größere, solche die ruhig in ihrem Netz hängen, bevorzugt im Garten, wie Kreuz- oder Zebraspinnen. Schön gezeichnete Exemplare kann ich inzwischen sogar aus der Nähe fotografieren.

Was allerdings garnicht geht, sind große, schwarze, im schlimmsten Fall behaarte Oschis, die durchs Zimmer rennen, oder über meinem Bett an der Decke…. ogottogott, igittigitt… da bekomme ich schon eine Gänsehaut, wenn ich nur dran denke.

Neulich kam wieder so ein Apparat durchs gekippte Fenster ins Schlafzimmer, morgens um 5, und ich war, weil wieder mal schlaflos in S., noch am lesen und dachte, ich kann dann noch ein Nickerchen machen, bis es richtig hell wird.

Ein Blick zur Decke und raus aus dem Bett! Der schwarze Fleck auf der weißen Wand entpuppte sich unter Zuhilfenahme der Brille als ein ausgesprochen großes Exemplar der (mutmaßlichen) Art Tegenaria atrica . Shit! Was nun? Also Licht aus und schlafen ist undenkbar. Völlig undenkbar! Giftspray auch, weil sie ja dann von der Decke ins Bett runterfallen könnte, das Spray das aber ganz bestimmt tut, und wegen der Katze natürlich. Das Biest hat sich keinen cm mehr weiterbewegt. Letztendlich hatte die wahrscheinlich genausoviel Schiß vor mir, als ich vor ihr.

Ich also nach einer Zeit der Erstarrung und an die Decke Glotzen, mein Bettzeug genommen und nach unten aufs Sofa umgezogen. Ein 2-sitzer, aber es geht grad so, bei meiner geringen Körpergröße. Weil die Katze sich dann aber unbedingt noch dazulegen musste, waren die restlichen 3 Stunden Schlaf nicht wirklich erholsam.

Die Spinne war inzwischen verschwunden. Wohin? Das ist die große Frage. Sie kann ja jederzeit wieder auftauchen. Trotzdem konnte ich die letzten Tage einigermassen gut schlafen, solange ich sie nicht sehe…

Aber gestern! Ich komme abends im Dunkeln nachhause, taste nach dem Lichtschalter an der Treppe, Licht geht an, und 10 cm neben meiner Hand hockt diese Spinne!!!! Mein schriller Schrei hat die Katze raketenartig in den Keller und durch die Katzenklappe verschwinden lassen, und ich musste mich erst mal setzen.

Schwitz! Also dann doch das Spray geholt und kurz drauf gehalten, das bringt die nicht um (leider, und dazu steh ich, jawohl!) aber sie ist in Rekordzeit der Katze gefolgt, nämlich in den Keller. Da kann sie von mir aus bleiben.
Solange ich sie nicht sehe…

Und die Katze wird dann wohl auch ne erlernte Spinnenphobie bekommen, denn als ich das letzte mal so ein Ungetüm niedergesprüht habe, ist sie auch abgegangen als hätte man ihr den Schwanz angezündet, denn sie fürchtet sich vor lautem Zischen, also auch zum Beispiel wenn man ne Flasche Sprudel öffnet. Und mein Urschrei gestern, tja.

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