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Archive for 20. Juni 2008

Nun gut, auch wenn unsere Jungs – die bisher grottenschlecht gespielt haben – gegen Portugal nun mal ne nicht ganz so ruhige Kugel geschoben haben, irgendwie kommt das Gefühl von 2006 nicht so recht rüber. Bei mir zumindest nicht. Es ist eben keine WM, sie findet nicht in Deutschland statt, und der Klinsmann fehlt (mir) auch. Kein Fussballfieber, nicht wirklich.

Außerdem nervt es, dass es immer so spät wird. Das hat ja auch System, irgendwie. 

Guckt man „public“, also beispielsweise im angesagten Biergarten, muss man die guten Plätze schon um 5 besetzen, damit man später gut sehen kann. Wenn es dann noch schönes bis schwüles Wetter hat und man durstig ist und nicht gerade eiserner Antialkoholiker, dann gehen in den 3 1/2 Stunden Wartezeit doch locker 3-4 Bier bzw. 5-6 Radler rein… also bei manchen Leuten bestimmt auch noch mehr davon.

Folglich ist mindestens die Hälfte der Zuschauerschaft schon bei Spielbeginn ziemlich „animiert“ und das steigert sich natürlich proportional zur Spannung des Spiels.

Oder wie schon aus der Physik bekannt ist: Der Strom ist proportional zur Spannung. Zur Erinnerung: Zur Messung eines Potentialgefälles, also einer Spannung, wird ein Galvanometer mit hohem Widerstand mit der Spule in Reihe geschaltet. Legt man diese Anordnung an eine Batterie oder an zwei Punkte eines Stromkreises an, fließt ein kleiner Strom durch das Messgerät. Damit das Messgerät nicht leidet, wird der Strom durch einen in Reihe geschalteten Widerstand begrenzt. Der Strom ist proportional zur Spannung. Das gefällt mir. Spannungsmessung per Bierumsatz…

Das ist der eigentlich Sinn des „public viewing“, der Umsatz. Und egal, ob am Ende dann Siegestaumel oder Verlust-Frust, da muss auf jeden Fall noch hinterhergegossen werden.

Wenn dann die nervtötenden Auto-Corsi mit ihrer verblödeten Huperei die Innestädte lahmlegen (wer fährt da eigentlich?) und die besoffenen Kids auf Großkreuzungen rumhocken und -kotzen ist der Gipfel der Stimmung erreicht. Ich bin ja bloß gespannt, wie das am nächsten Mittwoch mit unseren türkischen Freunden wird…

Bei mir hat sich jedenfalls im Lauf der letzten 2 Wochen ein Überdruss eingestellt an Bier, Zigis, Lärm, zu wenig Schlaf, beleidigter Katze und entsprechenden Nachwehen am nächsten Morgen.

Statt „public viewing“ gibts am Mittwoch „private listening“, soll heissen, ich werde mich in meinen schönen Garten setzen, ein Gläschen guten Rotwein geniessen, im Radio Musik hören und die Tore und sonstige lebenswichtigen Ereignisse am Rande mitbekommen. Thats it.

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