Gestern abend, als es draussen schon zu dunkel war, saß ich lesend auf dem Sofa, die Terassentür offen, damit Madame Boots aus- und vor allem eingehen kann. Die Süsse hat sich nämlich angewöhnt, vor der Terassentür zu maunzen und zu heulen, solange, bis ich mich murrend vom Sofa erhebe und ihr die Tür aufmache. Wenns sein muss, im 20-Minuten-Takt. Weil sie einfach zu faul ist, ums halbe Haus rumzulaufen und durch die Katzenklappe in den Keller zu steigen.
Ich hatte, wie immer die Reste von ihrem Abendessen rausgestellt - sie frisst grundsätzlich nie die Schüssel leer - aber irgendeine Nachbarskatze findet sich schon, die das über Nacht wegputzt. Und wenns der Marder ist, ists auch recht.
Also beim Lesen höre ich plötzlich das Schüsselchen draussen klirren. Natürlich hats mich irgendwann doch interessiert, wers denn ist. Ich also raus, aber nichts gesehen. Licht genug war ja, durch die Fenster. Wieder hingesetzt, 5 Minuten später das gleiche Spielchen nochmal. Diesmal sah ich irgendwas rundes, dunkles neben dem Napf.
Das wird doch nicht? Ich hab ganz still gehalten und dann hat sich diese Kugel entpuppt (entrollt) als ein Igel! Gott, die find ich ja so niedlich. Hab schon länger keinen mehr gesehen, der vom letzten Herbst war ja plötzlich verschwunden. Goldig! Ich bin begeistert! Ich denke doch, der haust auch wieder unter der Heckenrose im Vorgarten. Hat die Schüssel feinsäuberlich ausgeleckt und ist dann um die Ecke verschwunden.
Die Katze saß übrigens einen Meter von ihm entfernt, mit vorgestellten Ohren und Schnurrhaaren, und hat ganz interessiert zugeguckt. Ich gehe davon aus, dass sie schon mal Bekanntschaft mit so einem drolligen Gesellen gemacht hat, und sehr wohl weiss, dass es nicht ratsam ist, den näher zu beschnüffeln oder gar zu bepfoteln.
Sehr schön, dann werde ich mal weiter beobachten, ob er sich öfter blicken lässt, der Mac. Und im besten Fall nicht nur Katzenfutter sondern auch Nacktschnecken frisst. Es lebe der Biogarten.
