Eigentlich ein bisschen spät, mit dem Tagebuch anzufangen. Ich bin bereits im dritten Sommer hier im Häuschen. Trotzdem, lieber spät als nie.
Mit den schriftlichen Aufzeichnungen ist das so eine Sache, viele fliegende Zettel in diversen Koch- und Gartenbüchern, die irgendwie immer verschwunden sind, wenn man darauf zurückgreifen will. Außerdem sitze ich aus beruflichen Gründen sowieso den ganzen Tag am Computer. Da bietet sich ein Garten-Blog natürlich an.
So sei´s denn. Ich wünsche mir selber die nötige Ausdauer.
Der Anfang des ganzen „Projekts Landleben“ war ein riesengroßes Glück! Katzelein und ich fristeten ein schwebendes Dasein im 22. Stock eines Stadtrand-Wohnbunkers, mit Balkon immerhin, aber der war kahl wie die Mondoberfläche, nach der radikalen Zerstörung meines Fast-Biotops im Zuge einer Fassadenrenovierung.
Nachdem mein damaliger Lebenspartner nicht nur die gemeinsame Beziehung und Wohnung, sondern gleich das Land verlassen hatte, stand mir der Sinn ebenfalls verstärkt nach Land(es)-Flucht allerdings im anderen oder umgekehrten Sinne: Raus aus dem Betonbunker, raus ins Grüne! Zumindest eine Wohnung mit Gartenanteil sollte es sein. Denn mit dem Land, das hatte einen gehörigen Haken: ich habe kein Auto und möchte auch keines. Faktor 1: Klimaschutz, Faktor 2: Kosten!
Um das Ganze abzukürzen, diverse Wohnungen fielen aus diversen Gründen durchs Raster. Nachdem ein Fehlgriff schon fast besiegelt war (nach einem halben Jahr Suche hatte ich meine Ansprüche weitestgehend herruntergeschraubt, während Katzelein ihre zunehmend deutlicher ins Bewusstsein krallte…) fand ich in der Zeitung eine Annonce. Unter Häuser hatte ich natürlich nie geguckt, wer kann sich als Single schon ein Haus leisten? Aber beim zufälligen Überfliegen der Anzeigen stieß ich auf folgendes: Romantisches Häuschen in Kleinkleckersdorf zu vermieten.