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Geburtstag ver 5.1

Wird ja langsam wirklich lästig, in diesem Alter. Schön war -wirklich schön- dass mir mein Vater einen gigantischen Blumenstrauss geschickt hat! Ich habe noch nie im Leben einen Blumenstrauss geschickt bekommen! Ich dachte ich spinne, als der Postbote da dieses Riesenpaket angeschleppt hat.

Ansonsten, die Feier mit den Nachbarn war echt süß, wir mussten allerdings schon um 16:00 starten,weil einige Leute nicht so lang bleiben konnten, d.h. das Fass war um 20:00 leer und Ende der Party. Hat aber auch gereicht, ich bin gelinde gesagt ganz gut angeschickert. Dann kamen auch noch Moni und Martin vorbei, kaum dass ich wieder zu Hause war, das fand ich nun wirklich extrem nett! Wir haben also noch eins geköpft und ich bin langsam bettreif, mein Gott, um 10! Früher haben wir da eher bis am nächsten Morgen um 10 gefeiert. Man wird jetzt wirklich alt!

Und die Traurigkeit habe ich noch immer nicht ganz los. Ich habe grad noch etwas passende Musik gesucht, und das  passenste ist immer noch das unten anhängende. Was ich im vergangenen Lebensjahr an Genickschlägen hinnehmen musste hat ja schon alles übertroffen, was bisher da war, und leicht war es noch nie. Erstaunlich eigentlich, was man alles überlebt! Wie auch immer. Dass man dabei noch gesund bleibt, keinen Herzinfarkt bekommt oder zum Alkoholiker wird. Oder zum Psycho. All das hat sicher im letzten Jahr in einem gewissen Quantum auch stattgefunden, aber gottseidank so, dass es nicht ausgeartet ist. Gottseidank ist gut, nachdem ich nicht an Gott glaube. An was denn eigentlich? Auch so eine philosophische geburtstagsspezifische Frage. An was glaube ich eigentlich noch?

Was für ein Wetter, die letzten Tage! Der Goldene Oktober scheint diesmal im November statt zu finden! Nachdem es so schön warm und sonnig war, habe ich beschlossen, meine zwei Bäume und Büsche doch noch im Herbst, und nicht wie geplant, erst im Frühjahr zurück zu schneiden. Der Apfelbaum war als erstes dran. Nachdem ich ihn im letzten Frühling sehr kräftig gestutzt hatte, konnte ich auch problemlos alles erreichen (auf dem Gartenstuhl stehend) und habe ihn von den ganzen „Wasserschossern“ befreit, die hatten sich nach dem Rückschnitt extrem kräftig entwickelt. Der Baum hat alle Kraft ins Laub gesteckt, daher auch die geringe Ausbeute an Äpfeln, in diesem Jahr. Ich hoffe, das wird im nächsten dann wieder mehr, gesetzt den Fall, dass ich zur nächsten Ernte dann noch hier bin…

Den Hibiscus hab ich mir als nächstes vorgenommen, auch ohne Probleme.  Der Tag war damit um, ich war müde und zufrieden, alles tat mir weh und ein kräftiger Muskelkater stand zu befürchten, aber das ist sooo angenehm, etwas getan zu haben, bei dem man auch Ergebnisse sehen kann. Das Abendessen schmeckt, ich bin müde und schlafe gut ein und durch, und stehe entsprechend gut gelaunt am nächsten Morgen auf.

Perfektes Wetter, also weiter werkeln. Schwieriger wurde es nun beim Ahorn, der hatte im Frühjahr keinen Schnitt bekommen und ist entsprechend hoch geschossen, und da kam ich dann auch mit Hilfe des Gartentisches nicht mehr ran. Ausserdem war meine Astschere hinüber, die war zum einen ein Billigfabrikat vom Discounter und zum anderen mit „Teleskopgriffen“ versehen, und diese ließen sich nicht mehr feststellen, also ein ewiges Geschiebe und Gerutsche, was letztendlich mit einer Blutblase an der Hand durch Einzwicken und viel Gefluche  geendet hat, den Ahorn konnte ich erst mal aufgeben.

Die Idee war, dass eventuell von Siggis Traktor aus auch die „Nester“ ganz oben zu erreichen wären – und, natürlich, da konnte ich mir bestimmt das richtige Werkzeug ausleihen. Ich bin mal rüber, die Astschere hat mich schon vom Hänger aus angelacht, nur der Herr des Hauses war nicht da, die Frau gerade auf dem Sprint zum Bus, aber mit der Erlaubnis „nimm, was du brauchst, kein Problem“. Ich habe mit der 1A Baumschere erst mal ein bisschen meinen ach so geliebten Maulbeerbaum in die Schranken gewiesen, soweit möglich. Auch da waren unüberwindliche Hindernisse zu sehen, nämlich so dicke Äste, dass man da praktisch nur noch mit der Säge weiterkam.  Also wieder: „Siggi muss her“.

Glücklicher Zufall, kaum gedacht, kam derselbige auch schon angetuckert und ich hab ihn angehalten und gefragt, ob das denn ginge, mit dem Traktor am Gartenzaun – kein Problem, der Mann hat die Sache und seine Astschere gleich selber in die Hand genommen und Ruckzuck war der Ahorn „erledigt“. Dann haben wir zusammen den Maulbären begutachtet und – mein Glück nahm kein Ende – Siggi hat seine Motor- oder Akku-Säge gezückt (er kam grad aus dem Wald vom Holzmachen) und Ratzfatz waren die dicken Äste weg! Wunderbar! Besser gehts nicht, dachte ich.

Aber es kam noch besser. Es hatte sich ja inzwischen ein riesiger Haufen Gestrüpp auf meinem Parkplatz angesammelt und S. meinte zuerst, er würde das demnächst mal aufgabeln, aber dann kam er auf die Idee, mir seinen kleinen Hänger rüber zu stellen, dann konnte ich das Zeugs selber aufladen. Und er brachte ihn spontan gleich noch rüber, nicht erst am nächsten Morgen, wie geplant.  Das nenne ich Nachbarschaftshilfe! Kein „mal sehen, vielleicht, irgendwann, blabla“ sondern „ein Mann ein Wort“ und Taten, die dem Wort sofort folgen. Ich bin selten Menschen begegnet, die so offen, ehrlich und hilfsbereit sind.

Tag 3 im Garten war dann mit Aufladen von Ästen und Gestrüpp und dem Beseitigen des inzwischen fast komplett gefallenen Laubs ausgefüllt. Das passt ja nun wieder in den halb leeren Komposthaufen, und ein bisschen davon lasse ich auch immer liegen als Frostschutz. Sehr befriedigend, das Ganze, trotz Muskelkater! Morgen backe ich einen leckeren Apfelkuchen als kleine Gegengabe.

Die Katze tollt begeistert herum, hascht nach runterfallenden Zweigen, sprintet durch das Laub, tigert auf der inzwischen für sie wieder begehbaren Mauer rum, es ist eine wahre Freude, ihr zuzusehen. Gestern hat sie mich ganz besonders zärtlich aufgeweckt. Zuerst hatte ich die Samtpfoten gaanz vorsichtig an der Nase, dann hat sie sich neben mich ins Bett gekuschelt und geschnurrt wie ein Motor und mir schliesslich noch die Hände abgeleckt um sich dann, ihre Pfoten auf meinen, wieder in ihre Katzenträume fallen zu lassen. Was träumt meine Katze wohl? Träumt sie vom Mäusefangen? Ich beobachte das immer wieder völlig fasziniert, wenn sie auf dem Sofa neben mir in den Tiefschlaft (oder REM-Schlaf?) fällt. Plötzlich beginnen die Schnurrhaare und die Pfötchen zu zucken, manchmal fängt sie an, zu schmatzen, ich halte dann fast den Atem an, um sie ja nicht aus Versehen zu wecken. Sie schnarcht auch manchmal ganz leise. So süß!

Da haben wir natürlich wieder das Problem Nr. 1 – ein klassisches Dilemma – du hast 2 Möglichkeiten, und beide sind unmöglich. Ok. das ist ein anderes Kapitel, dazu morgen mehr.

Herbstdepressionen

Wie habe ich nur den letzten Winter überlebt? Ich fühle mich mal wieder wie gelähmt und könnte ganze Tage im Bett verbringen, mit Katze und Buch. Aber auf Dauer geht das ja auch nicht. Es war schnell vorbei mit der guten Laune des letzten Beitrags. Und mit dem Spätsommer. Schon ist es kalt und grau und nass und die Abende sind so verdammt lang. Wenigstens gibt es noch ein paar bunte Blätter an den Bäumen, aber die werden auch schnell weg sein. Und dann Monate lang alles grau und braun.

Fussballspieler bringen sich um, und im Radio kann man das wunderbar ausschlachten, den ganzen Tag über. Die Politik fängt ja schon wieder an, langweilig zu werden. Und dann dieses Ekel erregende Gebaren der kollektiv Trauernden. Da werden Lichtlein angezündet und Teddybärchen und Blümchen niedergelegt und ein paar Tränchen verdrückt, von wildfremden Leuten und das muss sich so geil anfühlen, dieses verniedlichen des Todes. Und spätestens übermorgen ist dieser Mensch dann vergessen, denn dann gehen wir wieder zur Tagesordnung über. Bis auf die Familie und den Lokführer. Wie kann man sich nur vor den Zug werfen? Geht das nicht auch anständig? Das ist ja schon fast so schlimm wie sich als Geisterfahrer auf der Autobahn zu meucheln und noch ein paar Unschuldige mit zu nehmen.

Ok., da es gerade nicht regnet, gehe ich mal an die Luft und sehe, ob ich ein paar adäquate Herbstmotive finde. Am besten auf dem Friedhof. Har!

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